Jan A. Karon: Deutschland hat seit 2015 rund 3,13 Millionen…
Deutschland hat seit 2015 rund 3,13 Millionen Asylanträge verzeichnet, Ungarn hingegen lediglich etwa 220.000. Aus diesen 220.000 Asylanträgen, darunter allein 175.000 im Jahr 2015, ergibt sich politisch: Grenzschließung, Ausbau des Grenzzauns, Bewahrung des Status Quo, keine Nachahmung westeuropäischer Länder. Das ist erst Recht nachvollziehbar, zumal Ungarn ein rechtskonservatives Transitland ist, in dem Asylbewerber ohnehin nicht bleiben wollen.
Aus den 3,13 Millionen Asylanträgen in Deutschland – was etwa einem Asylbewerber pro 25 Einwohnern entspricht, darunter sehr vielen jungen Männern aus dem Irak, Syrien, Afghanistan, dem Balkan und Afrika – leitet sich hingegen die Notwendigkeit einer wie auch immer gearteten Remigration, die Umkehrung der Migrationsströme und ein demografischer Überlebensinstinkt ab.
Hinzu kommt: Die deutsche Gesellschaft, die binnen eines Jahrzehnts über 3,1 Millionen Migranten aufgenommen hat, war bereits zu Beginn der Flüchtlingskrise ethnisch heterogen und litt unter erheblichen migrationsbedingten Problemen, Stichworte wie Leitkultur, Ehrenmorde und Parallelgesellschaften prägten schon damals Talkshows und Leitartikel. Die ungarische Gesellschaft wiederum, die im gleichen Zeitraum lediglich 220.000 Migranten aufnahm – oft nur temporär –, ist bis heute eine weitgehend homogene high-trust society. Allein im Jahr 2025 (also letztes Jahr) kamen in Deutschland über 250.000 Migranten an, in Ungarn hingegen nur einige Hundert. Das sind so unterschiedliche Realitäten, das man kaum glauben kann, wie beide Länder Teil desselben Kontinents sind.
Das alles ist im Grunde Grundschulmathematik und sollte nicht schwer zu verstehen sein. Dennoch werden systemkonservative Parteizombies und EU-Gläubige morgen behaupten, der neue ungarische Präsident Péter Magyar liege auf CDU-Linie, nur weil er innerhalb der EU eine restriktivere Flüchtlingspolitik fordert.
Das eine Land hat seinen demografischen Suizid längst vorbereitet, während das andere nicht über strengere Maßnahmen wie Rückführungen diskutieren muss, da es sich weitgehend bewahrt hat. Während Deutschland ungebrochen migrationspolitischen Selbstmord begeht, braucht Ungarn nicht über in dem selben existenziellen Maße über den Erhalt des eigenen Volkes zu sprechen. Die Realitäten sind – zu Ungunsten Deutschlands – derart unterschiedlich, dass sich jeder Vergleich verbietet.
https://x.com/jannibal_/status/2043475290161348869